Nacht in den Bergen

Allein der Wind durchbricht die tiefe Stille
Die herrscht in diesem abgelegnen Tal
Und wandernd durch des Sternenheeres Fülle
Erhellt die Nacht mit seinem lichten Strahl
Der Mond, der glänzt auf Schnee und schroffen Bergen.

 

Der Wind hat sich in meinem Haar verfangen,
Er kühlt die Stirn mir und die heissen Wangen.
Ich stehe in der Sternennacht und lasse
Den Zauber auf mich wirken, dass ich fasse
Der Welt Geheimnis, das die Lüfte bergen.

 

Ich fass es nicht, was weht in diesen Lüften,
Ich seh es nicht, was blinkt aus diesen Sternen,
Ich atm' es nicht, was steigt aus jenen Düften,
Ich fühl nur, wie es rauscht aus alten Fernen;
Es wird mein Herz so wunderbar berührt.

 

Ich weiss es ja, warum ich so bewegt,
Ich ahn', weshalb mein Herze höher schlägt!
Oh Liebe, du bist's, du hast mich erfasst,
Mir Leib und Seel verwirrt und hast
Mit Macht den Zauber in die Nacht geführt!

 

1989